Das geheime Labor: Contagious
Ein solide gebautes Sci-Fi-Labor, dessen Rätsel und Geschichte hinter der eigenen Kulisse zurückbleiben.

Kurzüberblick
- Anbieter
- Think² Escape
- Stadt
- Bochum
- Bundesland
- Nordrhein-Westfalen
- Dauer
- 60 Minuten
- Thema
- Sci-Fi
- Schwierigkeit
- mittel
- Schauspieler
- Nein
- Scarefactor
- 4/10
- Spieleranzahl
- 2–7
- Mindestalter
- FSK 8
- Sprachen
- Deutsch
Spoilerfrei
Die Story
Die Luft ist erfüllt von monotonem Surren, welches nur ab und an durch Signaltöne diverser, medizinischer Apparaturen unterbrochen wird. Die Arbeiten in diesem Labor wurden schlagartig eingestellt, doch die Bedrohung, die hier ihren Anfang nahm, ist akuter als je zuvor! Für uns beinahe unsichtbar, breitet sich die ehemalige Wunderwaffe der Medizin aus wie die Krankheit, die sie bekämpfen sollte. Doch wie stellt man sich einer Bedrohung, über die so wenig bekannt ist?
Seid ihr in der Lage, die Forschung an dem benötigten Gegenmittel zu vollenden?
Rettet die Welt vor den gefährlichen Nanobots
Die Nanobots haben sich schlagartig ausgebreitet. Das Labor, in dem das Heilmittel in Arbeit war, liegt mittlerweile verlassen da. Ihr seid die Einzigen, die jetzt noch die letzte Komponente des Heilmittels herstellen können. Im Labor findet ihr alles, was dafür notwendig ist. Versucht die Forschung der WissenschaftlerInnen zu beenden und die Welt zu retten.
Stellt die Forschung zum Gegenmittel fertig und besiegt die Nanobots!
xcaped Teamwertung
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xcaped Review
Ein Heilmittel, das uns durch die Finger rinnt
Ein verlassenes Labor, ein Countdown gegen eine unsichtbare Bedrohung – das Setup verspricht Druck. Ob der Raum ihn hält, entscheidet sich früher, als uns lieb war.
Wenn das Surren nicht mehr aufhört
Es beginnt mit einem Geräusch. Noch bevor sich die Augen an das Licht gewöhnt haben, ist da dieses monotone Surren, unterbrochen von Signaltönen, die aus irgendeiner der medizinischen Apparaturen kommen könnten – man findet sie nicht sofort, und das ist Absicht. Contagious bei Think² Escape in Bochum will, dass man sich in einem Labor wähnt, das seine Menschen verloren hat. In den ersten Minuten gelingt ihm das gut. Die Bildschirme flackern, die Oberflächen wirken kühl, und über allem liegt die Ahnung, dass hier etwas außer Kontrolle geraten ist.
Wir stehen zu Beginn kurz still und schauen uns um. So soll ein Raum anfangen: mit dem Bedürfnis, jede Ecke absuchen zu wollen, weil sie etwas verbergen könnte. Die Kulisse trägt diesen ersten Reflex. Sie ist keine Prunkausstattung, aber sie ist stimmig genug, dass man ihr abnimmt, hier hätten bis vor Kurzem Menschen gearbeitet und wären dann Hals über Kopf verschwunden.
Die Nanobots, von denen man nur hört
Die Geschichte ist schnell erzählt: Eine als Wunderwaffe der Medizin gedachte Erfindung, die Nanobots, hat sich verselbstständigt und breitet sich aus wie die Krankheit, die sie besiegen sollte. Wir sind die Letzten, die das Gegenmittel vollenden können. Das ist ein guter Aufhänger – die unsichtbare Bedrohung, das Rennen gegen eine Uhr, die niemand sieht.
Das Problem ist, dass diese Bedrohung im Raum kaum spürbar wird. Sie steht im Briefing, sie steht auf ein paar Displays, aber sie greift selten nach uns. Der Weltuntergang bleibt eine Behauptung, kein Gefühl. Wir hätten gern gespürt, wie sich die Nanobots ausbreiten, wie die Zeit gegen uns arbeitet, wie das Labor uns näher an die Katastrophe zieht. Stattdessen lösen wir Aufgaben in einem Raum, der von Katastrophe erzählt, ohne sie zu inszenieren. Die Idee ist da. Die Dringlichkeit fehlt.
Aufgaben, die die Illusion nicht füttern
Hier entscheidet sich, wie der Abend kippt. Ein Sci-Fi-Labor lebt davon, dass man forscht – dass sich Rätsel anfühlen wie Arbeit an einem Gegenmittel, wie das Bedienen von Geräten, die zur Welt gehören. Genau diese Verzahnung gelingt Contagious zu selten. Zu vieles fühlt sich an wie eine Aufgabe, die man vor jede Kulisse hätte stellen können, ohne dass sich etwas ändert. Man schließt auf, man kombiniert, man kommt weiter – aber der Moment, in dem ein gelöstes Rätsel die Geschichte einen Schritt vorantreibt, bleibt Mangelware.
Dabei fehlt es nicht an Beschäftigung. Der Raum hält uns in Bewegung, und ein paar Handgriffe machen durchaus Freude, wenn ein Mechanismus reagiert und man das kurze Grinsen im Team sieht. Aber der große Aha-Moment, der einen Raum trägt und über den man auf dem Heimweg noch redet, stellt sich nicht ein. Was originell klingen sollte, bleibt vertraut. Wer schon in ein paar Laboren gestanden hat, erkennt hier vieles wieder, ohne dass Contagious dem etwas Eigenes entgegensetzt.
Das ist schade, weil die Bausteine für mehr da sind. Die Kulisse würde tragfähigere Rätsel aushalten. Es ist weniger ein Raum, der nichts kann, als einer, der sein eigenes Versprechen nicht einlöst.
Betreuung, die auffängt
Wo der Raum wankt, hilft die Spielleitung. Die Betreuung passt auf, greift ein, wenn es klemmt, und hält den Rhythmus in Gang, wenn eine Gruppe sich festfährt. Das ist kein kleiner Verdienst, denn gerade ein Raum, dessen Rätsel nicht immer aus sich heraus überzeugen, lebt davon, dass niemand zu lange im Leerlauf steht. An diesen Stellen merkt man, dass hinter Contagious Leute stehen, die wollen, dass der Abend funktioniert.
Schauspiel gibt es keines, und der Raum verlangt es auch nicht. Die Immersion soll aus der Kulisse und dem Surren kommen, nicht aus einer Figur, die auftritt. Für ein Labor ohne Personal ist das die richtige Entscheidung – sie legt nur umso mehr Gewicht auf die Rätsel, und genau dort trägt der Raum nicht durchgängig.
Was auf der Straße übrig bleibt
Draußen dann die ehrliche Bilanz eines Abends, der sich anfühlte wie ein guter Anfang ohne Fortsetzung. Wir sind nicht gelangweilt herausgekommen, aber auch nicht erfüllt. Der erste Eindruck – dieses Labor, in dem eben noch geforscht wurde – bleibt der stärkste Moment. Was danach kam, hat ihn nicht überboten.
Contagious ist kein misslungener Raum. Er ist ein Raum, der weniger geworden ist, als er hätte sein können. Die Kulisse steht, die Idee sitzt, die Betreuung stimmt. Was fehlt, ist der Klebstoff dazwischen: Rätsel, die zur Geschichte gehören, und eine Bedrohung, die man am eigenen Puls spürt statt auf einem Display abliest.
Für wen sich der Weg lohnt
Wer Sci-Fi-Kulissen mag und einen soliden, gut betreuten Abend ohne große Ansprüche an die Originalität sucht, kann hier eine ordentliche Stunde verbringen – besonders in einer kleineren, entspannten Runde, die den Weg wichtiger nimmt als das Ziel. Der angekündigte Gruselfaktor ist vorhanden, hält sich aber in Grenzen; wer echten Horror erwartet, wird ihn nicht finden. Vielspieler, die auf das kluge, in die Welt eingebettete Rätsel warten, sollten ihre Erwartung dämpfen. Für Einsteiger dagegen ist Contagious kein schlechter Ort, um zu lernen, wie sich ein Labor anfühlt, bevor man in anspruchsvollere Räume geht.
xcaped
Fazit
Contagious bei Think² Escape in Bochum baut ein glaubwürdiges Sci-Fi-Labor auf, verpasst aber, es mit Rätseln und Dringlichkeit zu füllen, die zur Geschichte gehören. Der stärkste Moment ist der erste Blick in den Raum – danach lösen sich Aufgaben, die auch vor jeder anderen Kulisse funktioniert hätten, und die Nanobot-Bedrohung bleibt eher Ansage als Gefühl. Die aufmerksame Spielleitung fängt vieles auf und hält den Abend in Bewegung. Für Einsteiger und entspannte kleine Runden ist das ein solider Ausflug; wer das kluge, eingebettete Rätsel oder echten Gruselschauer sucht, wird hier nicht ganz satt. Das Fundament stimmt – es fehlt der Schritt vom guten Anfang zur getragenen Stunde.













