Ancum - Der Grosse
Ein charmanter, spaßiger Illusionsraum, dem man das Alter an einigen Stellen ansieht.

Kurzüberblick
- Anbieter
- TimeBreak Bonn
- Stadt
- Bonn
- Bundesland
- Nordrhein-Westfalen
- Dauer
- 60 Minuten
- Thema
- Fantasy
- Schwierigkeit
- schwer
- Schauspieler
- Nein
- Scarefactor
- 0/10
- Spieleranzahl
- 2–6
- Mindestalter
- FSK 14
- Sprachen
- Deutsch, Englisch
Spoilerfrei
Die Story
Joseph, besser bekannt als 'Ancum the Great', wird die Welt erneut verblüffen. Der Illusionist arbeitet in seinem abgelegenen Dachatelier in höchster Geheimhaltung an seinem neuesten und größten Trick aller Zeiten.
Niemand weiß, was sie erwarten können, und sogar seine liebevolle Assistentin tappt vollkommen im Dunkeln. Eins ist sicher! Dieser Trick wird ihnen allen eine komfortable Zukunft sichern oder den endgültigen Untergang von 'Ancum the Great' und all seinen Lieben bedeuten.
xcaped Teamwertung
Durchschnitt des Gesamteindrucks aus 3 Einzelbewertungen – je Bewertung der gewichtete Schnitt ihrer Kategorien.
xcaped Review
Ein Zaubertrick, der noch an seiner eigenen Illusion arbeitet
Joseph, genannt Ancum the Great, tüftelt in seinem Dachatelier am größten Trick seines Lebens – und lässt uns dabei zusehen. Wir haben nachgesehen, wie viel Magie in dem Raum steckt, der von Magie erzählt.
Oben unterm Dach, wo ein Illusionist seine Geheimnisse hütet
Es beginnt mit einer Idee, die man sofort mag: ein Dachatelier, abgelegen, in dem ein Mann arbeitet, der sich Ancum the Great nennt. Ein Illusionist, der an seinem größten Trick feilt – dem einen, der ihm und den Seinen eine Zukunft sichern soll oder den Untergang bringt. Wer schon einmal in einem alten Bonner Hinterhaus die Treppen hochgestiegen ist, ahnt, welchen Ton dieser Raum treffen will: das Verwunschene, das Doppelbödige, den Zauber, der immer auch etwas Verzweifeltes hat.
Wir treten ein und sehen uns um. Es riecht nach Requisiten, die schon eine Weile hier stehen, nach Holz und dem, was ein Zauberer so ansammelt. Die Assistentin, so erzählt es die Geschichte, tappt selbst im Dunkeln – und genau dieses Gefühl nimmt man mit, wenn die Tür hinter einem ins Schloss fällt. Man weiß nicht, was einen erwartet. Das ist ein guter Anfang.
Eine Geschichte, die trägt – und noch mehr könnte
Ancum the Great ist eine Figur, die funktioniert. Der Trick, der über allem schwebt, gibt dem Abend eine Richtung, und man ertappt sich dabei, wissen zu wollen, wie diese Sache ausgeht. Die Story ist der Teil, der bei uns am zuverlässigsten Anklang fand: kein bloßes Etikett auf einer Rätselsammlung, sondern ein roter Faden, an dem man sich entlanghangelt.
Und doch bleibt ein Gefühl, dass hier mehr drinsteckt, als am Ende auf dem Tisch liegt. Der Stoff eines Illusionisten, der alles riskiert, hat Fallhöhe – Verzweiflung, Ehrgeiz, die Angst vor dem Scheitern. Davon spürt man weniger, als der Aufhänger verspricht. Die Geschichte trägt, aber sie hebt nicht ganz ab. Wer sich auf die Prämisse einlässt, wird gut unterhalten; wer die letzte Zuspitzung erwartet, wartet ein wenig vergeblich.
Rätsel zwischen zu knifflig und zu bequem
Gespielt wird das, was man von einem klassischen Escape Room erwartet: suchen, kombinieren, den nächsten Schritt finden. Es gibt Momente, in denen alles ineinandergreift und man das Grinsen kaum unterdrücken kann, wenn ein Mechanismus reagiert. Der Spaß, das sei vorweggenommen, kommt hier verlässlich – über alle Runden hinweg war das der Eindruck, der am stärksten blieb.
Der Rhythmus stolpert allerdings. Einzelne Rätsel sind sperriger, als es dem Fluss guttut – man steht davor und kommt nicht recht weiter, ohne dass sich das lohnende Kopfzerbrechen einstellt, das ein gutes Rätsel ausmacht. An anderer Stelle kippt es ins Gegenteil: Aufgaben, die zu schnell nachgeben, ohne dass man wirklich etwas gelöst hätte. Diese Spannbreite zwischen zäh und zu leicht sorgt dafür, dass die Kurve nie ganz gleichmäßig läuft. Es fehlt der eine durchgehende Zug, der einen von Anfang bis Ende trägt.
Wenn die Illusion Patina ansetzt
An diesem Punkt zeigt sich, wo der Raum seine Jahre spürbar macht. Das Atelier steht schon eine Weile, und das sieht man ihm an einzelnen Stellen an – Material, das gebraucht wirkt, eine Ausstattung, die weniger neu glänzt, als es die Geschichte eines gerade fertiggestellten Meistertricks nahelegen würde. Für einen Raum, dessen ganze Prämisse von Illusion und Blendwerk handelt, ist das ein empfindlicher Punkt: Die Atmosphäre ist genau dann am dünnsten, wenn man sich am meisten in die Welt hineinziehen lassen möchte.
Das heißt nicht, dass die Immersion nicht funktioniert – für einen Teil unserer Runde stimmte das Bild durchaus, das Dachatelier nahm sie mit. Aber es ist der Bereich, in dem der Raum am ehesten hinter seinem eigenen Anspruch zurückbleibt. Ein Illusionsstoff lebt davon, dass man das Gemachte vergisst. Hier gelingt das in Wellen, nicht durchgehend.
Die Stimme aus dem Off, die mitspielt
Schauspieler gibt es keine, und das braucht dieser Raum auch nicht. Was ihn stützt, ist die Begleitung von außen – die Spielleitung, die im richtigen Moment eingreift, den Faden aufnimmt und das Team wieder in Fahrt bringt, wenn ein sperriges Rätsel den Schwung nimmt. Das war einer der Aspekte, die über die Runden hinweg positiv auffielen: eine Betreuung, die den Abend zusammenhält, ohne sich aufzudrängen.
Gerade weil der Raum in seiner Rätselkurve hier und da holpert, ist diese Hand von außen mehr als Beiwerk. Sie sorgt dafür, dass der Frust nicht überhandnimmt und der Spaß, der ohnehin das Pfund dieses Raums ist, oben bleibt.
Was vom Abend unterm Dach bleibt
Auf der Straße, mit dem Trick im Kopf, bleibt ein freundliches Gefühl. Ancum – Der Grosse ist kein Raum, der einen umhaut, und will es womöglich auch gar nicht. Er will einen unterhalten, mit einer sympathischen Prämisse und Rätseln, die überwiegend Freude machen – und das gelingt ihm. Was hängen bleibt, ist weniger ein einzelnes großes Bild als das Gesamtgefühl, einen entspannt-guten Abend gehabt zu haben.
Dass unter der Oberfläche mehr Potenzial schlummert – in der Story, in der Ausstattung, im Rätselrhythmus –, macht ihn nicht schlechter. Es macht ihn zu einem Raum, den man mag und dem man gleichzeitig eine Frischekur wünscht.
Für wen sich der Weg lohnt
Wer in Bonn einen soliden Fantasy-Raum ohne Gruselfaktor sucht und den Spaß über den Feinschliff stellt, ist hier richtig. Einsteiger und gemischte Gruppen finden einen zugänglichen Abend, der von einer guten Betreuung getragen wird. Wer dagegen makellose Kulissen und einen wie am Schnürchen laufenden Rätselfluss erwartet, sollte wissen, dass dieser Raum seine Jahre gelebt hat – und sie an einzelnen Stellen auch zeigt.
xcaped
Fazit
Ancum – Der Grosse bei TimeBreak Bonn ist ein charmanter Illusionsraum, der seinen größten Trumpf im schlichten Spaß ausspielt und von einer aufmerksamen Spielleitung zusammengehalten wird. Die Prämisse um den Zauberer und seinen letzten großen Trick trägt, ohne ihr volles Potenzial auszuspielen. Wer den Weg unters Dach antritt, sollte wissen, dass der Rätselrhythmus zwischen sperrig und zu bequem schwankt und dem Raum sein Alter an einzelnen Stellen anzumerken ist. Für Einsteiger und gemischte Gruppen, die einen entspannten Abend suchen, ist das gut investierte Zeit. Wer makellose Kulissen erwartet, kalibriert seine Erwartung besser vorher.















